Montgomery kündigt ein “Jahr des Wandels” an
Sonntag, November 18th, 2007Die 21. Münchener Medientage haben deutlich gemacht, dass auf den Zeitungsverlagen derzeit ein immenser Innovationsdruck lastet, der sie dazu zwingt, sich zu Multimedia-Unternehmen zu wandeln. Das aber erfordert ein Umdenken nicht nur in den Chefetagen, sondern auch in den Redaktionen, wie David Montgomery, Chef der angelsächsischen Investorengruppe Mecom, in der vergangenen Woche deutlich machte. In einer Rede an die Belegschaft der Berliner Zeitung erklärte das Jahr 2008 zum „Jahr des Wandels“. Zugleich warb er bei seinen Mitarbeitern für „Enthusiasmus und Engagement“, wie es in der zur Gruppe gehörenden Netzeitung heißt.
Nach wie vor setzt Montgomery auf das Zeitungsgeschäft, und dort sieht er „ein hohes Entwicklungspotenzial“. Das aber könne nur dann erschlossen werden, wenn der redaktionelle Workflow grundlegend restrukturiert wird. Und um das Know-how der Redaktionen effektiv zu nutzen - Stichwort: redaktionelles Wissensmanagement -, müssten alte Schranken beiseite geräumt und Ressourcen neu sortiert werden.
Das bedeute einen tiefgreifenden Wandel der Rolle des Journalisten und Redakteurs. Weil Online-Medien eine sehr viel direktere Kommunikation mit dem Leser ermöglichen, wüchsen dem Journalisten nämlich Aufgaben und Herausforderungen zu. Gedruckte Zeitungen seien vom Wesen her Einbahnstraßen, während Online-Publikationen dem Leser neue Reaktionsmöglichkeiten eröffnen. „Die Leser wollen sich heute beteiligen“, so Montgomery. Im Sinne einer interaktiven Wertschöpfung tragen sie dadurch zur Verbesserung der Printausgabe im bei.
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