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“Wer nicht kolaboriert, der kollabiert”

Social Software und andere Web-2.0-Werkzeuge, insbesondere Wikis und Weblogs, Videoblogs, Podcasts und Online-Communitys, können die Produktivität von kollektiver Wissensarbeit steigern, wie sie beispielsweise für Redaktionen typisch ist. Sie haben das Zeug dazu, wissensintensive innerbetriebliche Prozesse effektiver zu machen, sie helfen aber auch dabei, Nutzer, Kunden und Partner im Rahmen einer interaktiven Wertschöpfung in die betriebliche Wertschöpfung einzubeziehen und Betrieben dadurch einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Das sagte Gisela Granitzer vom Know-Center Graz bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community am Donnerstag in Wien, wie der Standard.at berichtet.

Accenture rekrutiert über Videos auf YouTube, in denen sich die Mitarbeiter präsentieren, IBM will durch Communitys sein Personal besser vernetzen und Opel setzt Podcasts bei Schulungen im Vertriebsbereich ein”, habe Granitzer gesagt. Eine deutsche Großbäckerei gehe ebenfalls neue Wege: In die Kassensysteme würden Blogs integriert, die die Verkäufern die Möglichkeit geben, Auffälligkeiten zu vermerken. “Durch Einträge wie “großer Ansturm immer um 10.30 Uhr wegen der ‘Großen Pause’ in der benachbarten Schule” oder dokumentiertes Kundenfeedback soll eine Marktanalyse erleichtert werden”, schreibt der Standard.at.

Einfach zu bedienende neue Anwendungen wie Wikis, die stark auf den Faktor Interaktivität und Zusammenarbeit setzen, stünden derzeit den sehr komplexen und schwerfälligen herkömmlichen Wissensmanagement-Systemen gegenüber. Bei der interaktiven Kommunikation nach innen und außen stünden die Unternehmen zwar noch vor großen Herausforderungen, generell gelte aber: “Wer nicht kollaboriert, der kollabiert.”

Als Positivbeispiel nannte Granitzer die Plattform von Ikea. Sie gebe Kunden die Möglichkeit zu zeigen, was sich aus den Produkten des schwedischen Möbelherstellers noch alles bauen lasse. Negativ hingegen habe das Verhalten der Firma Kryptonite gewirkt, die Fahrradschlösser herstellt: “Als im Internet verbreitet wurde, wie einfach die Schlösser zu knacken sind, reagierte das Unternehmen nicht und musste dadurch massive Umsatzverluste hinnehmen,” schreibt der Standard.at.

Harald Leitenmüller von Microsoft Österreich wies darauf hin, dass auch bei Wikis klare Regeln unumgänglich seien. Wikis könnten zwar wie herkömmliche Unternehmenswerkzeuge verwendet werden - das aber gehe am egalisierenden Grundgedanken dieser neuen Wissensmanagement-Tools vorbei, sagte Sebastian Dietrich vom Softwarehaus Anecon: “Man muss darauf vertrauen, dass sich die Zuverlässigkeit der bereitgestellten Informationen sukzessive verbessert. Denn Unternehmensphilosophie ist das, was in den Köpfen der Mitarbeiter ist und nicht, was der Chef vorgibt”, zitiert der Standard.at.

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